Preisträger Q2, 2026
- Aug 27
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[Cell Stem Cell]
Lei Lei, Masako M. Kaufmann, Jessica Lao, Miriam Erlacher, Peter Aichele, Toni Cathomen

Die Studie zeigt erstmals, dass Base Editing eine therapeutisch wirksame Korrektur einer genetisch bedingten Hyperinflammation (familiäre hämophagozytische Lymphohistiozytose Typ 3, FHL3) im Mausmodell ermöglicht. Durch die gezielte Modifikation hämatopoetischer Stammzellen wurde nach deren Transplantation die Funktion zytotoxischer Immunzellen wiederhergestellt und ein lebensbedrohliches Entzündungssyndrom verhindert. Gleichzeitig liefert die Arbeit eine umfassende Analyse der Genotoxizität verschiedener Genomeditierungsplattformen. Dabei zeigte sich, dass unerwünschte genetische Veränderungen stark von der verwendeten Editierplattform, der Zielsequenz und dem Zelltyp abhängen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit kontextspezifischer Sicherheitsbewertungen für die klinische Translation von Genomeditierungsverfahren. Die Studie liefert damit sowohl einen wichtigen therapeutischen Proof-of-Concept als auch ein systematisches Framework zur Sicherheitsbewertung moderner Genomeditierung.
[Molcular Therapy Oncology]
Agnes Bonifacius, Philip Mausberg, Friederike Floegel, Anna Christina Dragon, Sabine Tischer-Zimmermann, Sven Stoll, Pegah Rahmati, Peter Spieler, María Fernanda Lammoglia Cobo, Anne Halenius, Hinrich Abken, Rainer Blasczyk, Thomas Nerreter, Michael Hudecek, Axel Schambach, Leo Hansmann, Britta Maecker-Kolhoff, Britta Eiz-Vesper

Epstein-Barr-Virus (EBV) infiziert über 90% der Bevölkerung und persistiert lebenslang in B-Zellen. Unter Immunsuppression können EBV-assoziierte Komplikationen auftreten, darunter lymphoproliferative Erkrankungen wie das Posttransplantationslymphom (PTLD). In diesen Tumoren wird das latente Membranprotein 2A (LMP2A) exprimiert, welches ein tumorspezifisches virales Antigen mit geringer Expression in gesundem Gewebe darstellt. Hier wurde erstmalig ein Immuntherapiekonzept entwickelt, in welchem T-Zellen in einem All-in-One Ansatz mit einem TCR gegen LMP2A sowie einer induzierbaren Expressionskassette zur Freisetzung von immunmodulierendem Interleukin-18 ausgestattet werden (iIL-18_LMP2A_TCR-Ts). In innovativen 3D Tumormodellen aus EBV-infizierten B-Zellen zeigten iIL-18_LMP2A_TCR-Ts eine ausgeprägte Antitumoraktivität. Die hierbei induzierte IL‑18-Freisetzung führte zu einer funktionellen Modulation des immunsuppressiven Tumormilieus und verstärkten Rekrutierung sowie Aktivierung weiterer Immunzellen. Diese Daten belegen das Potenzial von iIL-18_LMP2A-TCR-Ts als gezielte Immuntherapie für EBV-assoziierte Tumorerkrankungen mit hoher Spezifität und geringer Off‑Target-Toxizität.
[Rheumatology]
Phillip Kremer, Isabell Haase, Johanna Richter, Ina Kötter, Dominic Borie, Boris Fehse, Nicolaus Kröger, Martin Krusche, Francis Ayuk
Unsere Arbeit befasst sich mit dem innovativen Therapieansatz der CAR-T Zelltherapie in der Behandlung der therapierefraktären rheumatoiden Arthritis, einer chronischen systemischen Autoimmunerkrankung, die durch eine progrediente Synovialentzündung, Gelenkdestruktion sowie potenziell schwere extraartikuläre Manifestationen charakterisiert ist. Dabei spielen dysregulierte angeborene und adaptive Immunmechanismen, B-Zellen sowie krankheitsrelevante Autoantikörper, insbesondere ACPA und Rheumafaktoren, eine zentrale Rolle.
Die Arbeit fasst die bislang verfügbare Evidenz zusammen und ergänzt diese um einen detailliert aufgearbeiteten eigenen klinischen Fall mit anhaltender krankheitsfreier Remission, Absetzen der immunsuppressiven Therapie und gleichzeitiger Verbesserung einer interstitiellen Lungenerkrankung nach CD19 CAR-T Zelltherapie. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial der CAR-T-Zelltherapie, auch bei Patienten mit Versagen etablierter B-Zell-gerichteter Therapien, und liefern wichtige Grundlagen für zukünftige Studien. Damit leistet die Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur Translation innovativer zellulärer Immuntherapien in die Behandlung schwerer Autoimmunerkrankungen.
