Preisträger Q4, 2025
(1) A longitudinal single-cell atlas to predict outcome and toxicity after BCMA-directed CAR T cell therapy in multiple myeloma

Michael Rade and Markus Kreuz
Michael Rade, David Fandrei, Markus Kreuz, Sabine Seiffert, Anja Grahnert, Maik Friedrich, Thomas Wiemers, Patrick Born, Luise Fischer, Heike Weidner, Lorenz C Hofbauer, Ronny Baber, Song Yau Wang, Enrica Bach, Sandra Hoffmann, Jonathan Scolnick, Mirco Friedrich, Farid Keramati, Peter Brazda, Zsolt Sebestyen, Jürgen Kuball, Miriam Alb, Lukas Scheller, Michael Hudecek, Hermann Einsele, Klaus H Metzeler, Marco Herling, Carmen Diana Herling, Madlen Jentzsch, Georg-Nikolaus Franke, Andreas Boldt, Ulrike Köhl, Uwe Platzbecker, Vladan Vucinic, Kristin Reiche, Maximilian Merz
Die Studie bewertet anti-BCMA CAR-T-Zelltherapien bei schwer behandelbarem Multiplen Myelom. Es wurden 61 vorbehandelte Patient*innen eingeschlossen: 34 erhielten eine CAR T-Zelltherapie mit Idecabtagene Vicleucel (Ide-Cel) und 27 eine Therapie mit Ciltacabtagene Autoleucel (Cilta-Cel). Im Vergleich zu Ide-Cel erzielte Cilta-Cel ein längeres progressionsfreies Überleben. Die Gründe für das unterschiedliche Ansprechen sind noch zu wenig verstanden. Deshalb führten wir Einzelzell-Multiomics-Analysen von 135 Blutproben zu drei verschiedenen Zeitpunkten (vor CAR-T-Zelltherapie sowie nach CAR-T-Zelltherapie) durch. Dadurch konnten wir die molekularen Eigenschaften einzelner Immunzellpopulation für beide Therapievarianten im Detail verfolgen. Unter anderem zeigte sich, dass die Therapie mit Cilta-cel eine stärkere Vermehrung von CD4⁺-zytotoxischen CAR-T-Zellen bewirkt, welche für die Bekämpfung der Tumorzellen wichtig sind. Zudem zeigte Cilta-cel eine verzögert einsetzende Expansion, erreichte aber höhere Zellzahlen, was bedeutet, dass sich die CAR-T-Zellen zunächst langsamer, insgesamt aber stärker vermehren. Die Ergebnisse der Studie tragen entscheidend zur Verbesserung zukünftiger CAR-T-Zelltherapien bei.
(2) Personalized CRISPR knock-in cytokine gene therapy to remodel the tumor microenvironment and enhance CAR T cell therapy in solid tumors

Michael Launspach
Michael Launspach, Julia Macos, Shoaib Afzal, Janik Hohmann, Marc L. Appis, Maximilian Pilgram, Stefanie Beez, Emily Ohlendorf, Casper F. T. van der Ven, Chahrazad Lachiheb, Karin Töws, Lena Andersch, Marvin Jens, Felix Zirngibl, Jonas Kath, Maria Stecklum, Elias Rodriguez-Fos, Kathleen Anders, Dimitrios L. Wagner, Anton G. Henssen, Ralf Kühn, Angelika Eggert & Annette Künkele
Unsere Publikation beschreibt eine neuartige, personalisierte CRISPR-basierte Gentherapie-Strategie zur gezielten Umprogrammierung des immunsupprimierenden Tumormikromilieus (TME) solider Tumoren – einem der zentralen limitierenden Faktoren moderner Immuntherapien. Hierfür haben wir CancerPAM, eine Multi-Omics-gestützte Bioinformatik-Pipeline, entwickelt, die patientenspezifische, tumorexklusive CRISPR-Knock-in-Zielstellen mit hoher funktioneller Relevanz identifiziert und priorisiert. Am Beispiel des Neuroblastoms zeigen wir, dass der gezielte Knock-in proinflammatorischer Zytokine (z. B. CXCL10) in Tumorzellen die Infiltration, Aktivierung und Wirksamkeit von CAR-T-Zellen in vitro und in vivo signifikant steigert. In humanisierten Mausmodellen führte die CXCL10-Expression zu einer verbesserten Immunzellrekrutierung und verlängerten Tumorkontrolle. Unsere Arbeit etabliert damit ein translational relevantes, sicheres Framework für präzisionsonkologische Gen-Immuntherapien und eröffnet neue therapeutische Perspektiven für bislang immuntherapie-refraktäre solide Tumoren.
(3) HLA matching or CRISPR editing of HLA class I/II enables engraftment and effective function of allogeneic human regulatory T cell therapy in a humanized mouse transplantation model

Oliver McCallion, Weijie Du and Viktor Glaser
Oliver McCallion, Weijie Du, Viktor Glaser, Kate Milward, Sarah Short, Merve Bilici, Amy Cross, Helen Stark, Clemens Franke, Jonas Kath, Mikhail Valkov, Mingxing Yang, Leila Amini, Annette Künkele, Julia K. Polansky, Michael Schmueck-Henneresse, Hans-Dieter Volk, Petra Reinke, Dimitrios L. Wagner, Joanna Hester & Fadi Issa
Eine Woche nachdem der Nobelpreis für Physiologie und Medizin 2025 die bahnbrechenden Entdeckungen zu regulatorischen T-Zellen (Tregs) gewürdigt hatte, leistet die Studie von McCallion/Du/Glaser et al. einen Beitrag zur präklinischen Entwicklung allogener „Off-the-Shelf“-Treg-Ansätze. Trotz ihrer immunsuppressiven Eigenschaften konnten allogene Tregs in immunkompetenten Modellen ihre eigene immunologische Abstoßung nicht verhindern. Daher waren strenges HLA-Matching oder eine präzise HLA-Geneditierung erforderlich, um eine optimale Funktion allogener Tregs in Transplantationsmodellen zu gewährleisten.
Die hier beschriebene Geneditierungsstrategie eröffnet einen Weg zu kostengünstigeren „Off-the-Shelf“-Zelltherapien. Künftig könnten HLA-editierte allogene Tregs eingesetzt werden, um pathogene Immunreaktionen bei Autoimmunerkrankungen, Transplantationen oder in der Gewebeersatztherapie zu regulieren.
Die Studie entstand aus einer internationalen Zusammenarbeit im Rahmen des EU-geförderten ReSHAPE-Konsortiums zwischen der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Berlin Institute of Health und der University of Oxford. Weitere Informationen finden sich online unter: https://www.reshape-h2020.eu/
Preisträger 2025
Preisträger 2020-2024
Berechtigungen und Verfahren
Award
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Auszeichnung von bis zu 3 hochrangigen Gentherapiepublikationen von DG-GT Mitgliedern pro Quartal.
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Erstautor*innen erhalten ein Zertifikat und ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 500 €, sowie eine einjährige Mitgliedschaft in der DG-GT, sollten sie nicht bereits Mitglieder sein.
Berechtigung
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Erst-, Letzt- oder korrespondierende(r) Autor*in der Publikation muss zum Vorschlagszeitpunkt (Quartalsende) DG-GT Mitglied sein (bei Co-Autorenschaften ist es ausreichend, wenn ein(e) Erst-, Letzt- bzw. korrespondierende(r) Autor*in DG-GT Mitglied ist). Der Beitragspflicht muss nachgekommen sein.
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Eingereichte Publikationen müssen wichtige Themen der Gentherapie behandeln.
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Eingereichte Publikationen müssen in dem entsprechenden Quartal erschienen sein (entscheidend ist der Termin der Online-Veröffentlichung).
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Publikationen, die bereits einen Preis erhalten haben, dürfen nicht eingereicht werden.
Verpflichtungen der Preisträger
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Der Preis wird auf der Webseite der Preisträger verkündet.
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Preisträger*innen stellen ein Foto und einen kurzen Text für die DG-GT Webseite zur Verfügung.
Vorschlags- und Auswahlverfahren
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Deadline für Vorschläge von Publikationen ist jeweils der 10. des Monats nach Quartalsende (10.4., 10.7., 10.10., 10.01., jeweils 24 Uhr).
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Vorschläge sind von Erst-, Letzt- bzw. korrespondierender/m Autor*in (DG-GT-Mitglied) oder von anderen DG-GT Mitgliedern über das on-line Portal auf der DG-GT Webseite einzureichen (neu!): https://www.dg-gt.de/poq-submission. Es ist in jedem Fall eine kurze Begründung zur Relevanz der Publikation beizufügen, die im Falle eines Awards für die DG-GT Webseite verwendet wird (auf Deutsch, max. 1200 Zeichen einschl. Leer- und Satzzeichen).
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Die Auswahl der besten „Papers-of-the-Quarter“ erfolgt durch den Vorstand und den Beirat der DG-GT. Vorstands- und Beiratsmitglieder mit Interessenskonflikten sind von dem Auswahlverfahren ausgeschlossen.










