Hildegard Büning, Präsidentin

Priv.-Doz. Dr. Hildegard Büning
Präsidentin der DG-GT
Universität zu Köln
Robert-Koch-Str. 21
50931 Köln
Tel: 0221-478-89611



Willkommensgruß der Präsidentin

Die Gentherapie ist eine relativ junge Disziplin der biomedizinischen Forschung, die durch die Einschleusung von Nukleinsäuren erworbene oder vererbte genetisch-bedingte Erkrankungen zu behandeln versucht. Die Einschleusung korrekter Gene, Genabschnitte oder regulatorisch wirksamer Ribonukleinsäuren in Körperzellen kann ex vivo oder in vivo erfolgen. ...mehr



Aktuelles!

Summer School "Power of Viral Vectors in Gene Therapy and Basic Science"
17.9.2014 bis 20.9.2014
Primosten, Kroatien



Zum Tod von Prof. Dr. med. Axel Rethwilm

Axel Rethwilm studierte Humanmedizin an der Universität Freiburg/Brsg. Nach seiner Promotion begann er 1985 in der Abteilung Virusforschung am DKFZ seine wissenschaftliche Laufbahn. Im Jahr 1987 wechselte er an das Institut für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg. Die Habilitation im Fach Virologie folgte 1992 und seine Berufung zum C3-Professor für Retrovirologie im Jahre 1995. Von 1998 bis 2003 war er Direktor des Instituts für Virologie der Technischen Universität Dresden. Anschließend übernahm er den Lehrstuhl für Virologie sowie die Kodirektion des Instituts für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg. Er bekleidete diese Position bis zu seinem Tod.

Fasziniert von der Virologie im Allgemeinen und den Retroviren im Besonderen widmete sich Axel Rethwilm nach der Promotion den Foamyviren. Ihm gelang zu Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere in der Abteilung Virusforschung am DKFZ die erste molekulare Klonierung und Charakterisierung eines Foamyvirusgenoms. Es schlossen sich wegweisende wissenschaftliche Arbeiten an zu verschiedenen Aspekten des Infektionszyklus von Foamyviren, unter anderem zu Infektionsvorgang und Tropismus, zur Replikation des viralen Genoms und zum Zusammenbau des viralen Partikels. Daneben entwickelte Axel Rethwilm schon sehr früh ein besonderes wissenschaftliches Interesse für translationale Aspekte, insbesondere hinsichtlich der Entwicklung und Verwendung von Foamyviren als Vektorplattform für Anwendungen im Rahmen der somatischen Gentherapie. Beides, virologische Grundlagenwissenschaft und anwendungsorientierte Forschung, machten ihn zu einem international sehr anerkannten Wissenschaftler und Hochschullehrer.

Axel Rethwilm engagierte sich für Wissenschaft und Nachwuchsförderung nicht nur im Kleinen und im eigenen Institut sondern auch auf internationaler Ebene. So initiierte er das erste deutsch-afrikanische Graduiertenkolleg zum Thema "HIV, AIDS und damit assoziierte Infektionskrankheiten", dessen Sprecher er war.

Wer Axel Rethwilm persönlich kannte, schätzte seine Freundlichkeit, seine Kollegialität und Hilfsbereitschaft, seinen Humor und sein Lachen, darüber hinaus aber auch eine für ihn besonders charakteristische Geradlinigkeit und Vehemenz, mit der er seine Ansichten zu Politik, Religion, Wissenschaftsbetrieb und anderen aktuellen gesellschaftlichen Themen vertreten konnte.

Axel Rethwilm war ein engagiertes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Gentherapie (DG-GT) e.V.. So organisierte er im Jahre 2005 in Würzburg die 12. Jahrestagung der Gesellschaft. Trotz einer genetisch bedingten Erkrankung, die ihn in seiner Mobilität zunehmend einschränkte, nahm er an allen Jahrestagungen der Gesellschaft aktiv teil, die Gesellschaft durch Rat und Tat unterstützend, bis zuletzt auch in der Funktion des Kassenprüfers.

Mit seinem Tod verlieren wir einen national und international hochangesehenen Virologen und Grundlagenforscher, ein engagiertes Mitglied unserer Gesellschaft und einen sehr guten Freund.

Prof. Dr. Stefan Kochanek, Ulm
PD Dr. Hildegard Büning, Köln
Prof. Dr. Wolfgang Uckert, Berlin


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